KünstlerInnen International

Leonard Fink

In der Homosexuellenkultur der Siebzigerjahre gab es zahlreiche jüdische Vertreter, die in Kunst, Wissenschaft und Literatur ihren Beitrag zur Emanzipation leisteten. Der Fotograf und Aktivist Leonard Fink (1930 – 1992) war ein wichtiger Protagonist dieser Bewegung. Seine Arbeiten aus den 70ern zählen bis heute zu den interessantesten visuellen Dokumentationen der vom schwulen Leben geprägten Orte in der Stadt New York, die bekanntlich niemals schläft.

Die Stadt als Raum für Leben abseits des Mainstreams steht in den Werken des Fotografen Leonard Fink im Fokus. Die Interieurs verfallender Pier-Anlagen nutzte er zeitgleich mit anderen Künstlern für die Authentizität seiner installativ–performativen Arbeiten. Seine Fotografien zeigen das tägliche schwule Leben an den Piers, wie das Cruising oder das Posen vor den typischen, von Homosexuellen frequentierten Bars. Als einer der maßgeblichen Historiografen dokumentiert Fink die Sexualisierung eines Ortes ebenso wie den Zerfall einer heute nicht mehr existierenden Architektur an der West Side von Manhattan, der das allmähliche Erlöschen jener Subkulturen nach sich zog.

Leonard Fink, geboren und aufgewachsen in New York, absolvierte das Studium der Rechtswissenschaften und war später Anwalt beim New York City Transport. Er hasste nach Angaben von Freunden seinen Beruf und war in seiner Freizeit als Fotograf tätig. Bei seinem Tod infolge HIV/Aids 1992 hinterließ er über 5.000 Fotoabzüge und rund 25.000 Negative, die heute im LGBT Community Center National History Archive in New York aufbewahrt werden.

Das Buch “Coming Out” (edition clandestin) sowie Originalfotografien des Künstlers (Auflage: 5 Stk.) sind bei matchboxx.at erhältlich.

 

Werkbeispiele von Leonard Fink: